Mittwoch, 9. Mai 2012

Nobel geht die Welt zugrunde.

Wie war das eigentlich in Stuttgart? Exkursion für zwei Tage mit der Buchwissenschaft. Teil I. Abfahrt ist 6.00Uhr am Hauptbahnhof. Wir schleppen uns müde zum Bus. Aber wie zu alten Klassenfahrtszeiten sind wir hellwach, sobald wir auf den Plätzen sitzen. Wir strecken die Hände nach oben, wippen zur Radiomusik mit dem Fuß und rufen "Spring Break!Spring Break!". Damit läuten wir den antialkoholischsten Frühlingsanfang ein, den die Welt je erlebt hat. Auf nach Lloret de Mar... ach, nein - Baden-Württemberg heißt das Ziel. Erste Autobahnauffahrt - früher waren die Jungs mit dem Wodka besser drauf. Keinen Guten-Morgen-Schnaps. Stattdessen für die Fahrt: Klatschzeitschriften, Erdbeeren, Stadt-Name-Land-Wettkämpfe, Fotos, Bücher, Musik und Raststätten-Snacks. Zwischenstopp: Die Schillerstadt Marbach am Neckar. Wir sind begeistert. Sonne, warme Luft, blauer Himmel, grüne Wiesen - der Himmel auf Erden. Mittagspause. Gelangweilte Gesichter. Der große Tisch erinnert an Familiengeburtstage. Mit einem kleinen Rollenspiel vergeht die Zeit schneller. Wir stellen uns vor, Opa wird 70. Auffallen um jeden Preis. Dürfen wir raus gehen und spielen? Dürfen wir? Ja? Spring Break! Stell dir vor in deinem Wasserglas wäre jetzt Wodka. Schaukeln auf dem Spielplatz vor dem Deutschen Literaturarchiv. Traumhafter Ausblick. Lachen. Was in Marbach passiert, bleibt in Marbach. Führungen durch das Literaturarchiv und die vielen Ausstellungen. Originalschriften von Kafka, Rilke, Grass, Jünger, Marlene Dietrich, Hesse, Kästner... bestaunen. Am Landsberger Poesieautomaten von Enzensberger ein persönliches Gedicht zusammenstellen lassen. Weiter nach Stuttgart. Feierabendverkehr. Die Nerven bei Busfahrer Rainer liegen blank. Der Zwischenbuchhändler Koch, Neff und Volckmar erwartet uns. Mit Kaffee, Cola und Kuchen. Vorträge. Stuhlkratzen. Wieder müde Gesichter. Abendbrot. Wir können unsere Freude kaum verbergen. Ein Glas Weißwein. Spring Break! Champions League-Spiel. Weinflaschen organisieren. Leinwand aufbauen. Mit den Münchner Studenten die Daumen drücken und unqualifizierte Kommentare rufen. Wetten abschließen. Leute auf Toilette schicken, weil dann bekanntlich Tore fallen. Verlängerung. Endlich auf dem Hotelbett sitzen. Elfmeterschießen zwischen Deluxxe-Dusche und Zimmertür. Nachrichten von der 5. Etage bekommen: "Nur der FCB!". In Bettritzen fallen. Lachen bis nichts mehr geht. In die Betten kuscheln. Fast 24 Stunden lang wach. Den Fernseher zum Einschlafen genießen. Mädchengeschichten erzählen und irgendwann einschlafen. Gute Nacht Stuttgart-Vaihingen.


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