Donnerstag, 29. März 2012

Erzähl, erzähl deinen Freunden. Erzähl allen, die du kennst.

// Tag 2: Dienstag - Thees Uhlmann-Zeit //
Wir sind bereit, gebt uns Korn & Sprite, dein Herz sei wild heute Nacht - wir zitieren und sind ganz aufgeregt. Thees Uhlmann ist in der Stadt. Heute 21 Uhr im Werk 2. Wir stehen neben dem Tourbus und überlegen. "Ich mach mir ein bisschen Sorgen, dass er die Lieder nur runterspielt und keine schöne Stimmung aufkommt." Wir lassen uns überraschen. Trinken afri Cola. Tippeln nervös umher und hoffen, dass die Vorband bald aufhört zu spielen [Sorry.]. Der Mann des Abends betritt mit Lederjacke fröhlich die Bühne. Singt die wunderbarsten Lieder. Tanzt "vom Delta bis zu der Quelle". Erzählt Geschichten vom Kindergarten, Taxifahrten, seinen jungen Jahren und ist ganz begeistert vom Publikum. "Ihr dürft uns das nicht übel nehmen, wenn wir untereinander tuscheln. Wir reiben uns nur wie junge Hunde aneinander, weil wir niemals gedacht hätten, dass so viele Menschen hier sein werden". Wir tanzen. Singen jede Zeile mit. " [...] Wenn es eine Lektion gibt, habe ich sie gelernt. Das Leben ist wie Feuer es brennt und es wärmt. Das Leben ist hart aber das nehme ich in Kauf. Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf." Thees zeigt mit den Fingern in unsere Richtung. Quatsch. Er zeigt direkt zu mir. [Ich rede mir das einfach ein.] Breites Grinsen. Lieblingslieder auf dem Konzert: "17 Worte" und "Die Toten auf dem Rücksitz". "Ihr könnt ruhig tanzen. Hier wird immer jemand noch beschissener tanzen als ihr. Nämlich ich". Einige hofften auf Lieder aus Tomte-Zeiten, stattdessen ein Support für eine deutsche Rock-Band: "Es liegt mir sehr am Herzen, diese Band aus Düsseldorf zu unterstützen. Ich singe jetzt "Liebeslied" von den Toten Hosen". Begeisterung. "Casper lässt euch grüßen. Er konnte heute leider nicht mitkommen, er muss seinen Echo polieren". Kein Problem, dann rappt Thees Uhlmann bei "& Jay-Z singt uns ein Lied" eben selbst. Das Publikum ist so textsicher, dass es zeitweise auch alleine singen darf. Die Band verbeugt sich. Wir wollen Zugaben. Ganz viele. "Wir haben leider nur diese zwölf Lieder. Wir spielen einfach nochmal zwei." Gespräche über Fußball. Passend dazu "Das hier ist Fußball" und alle singen laut: "Und huray, huray, huray, FC St. Pauli! Würde es gehen, würde ich dich umarmen, das hier ist Fußball, das hier sind Dramen! Und Bayern besiegt, in Chemnitz verloren, man hört noch die Chöre in seinen Ohren". Zum letzten Mal singen wir leise "Hinter den Bergen, den Städten, den Flüssen und Strömen, den Fotos und dem letzten Geld. Mit deinen Narben, alten Platten, deiner Hoffnung, diesem T-Shirt, am anderen Ende der Welt". Glücklich verlassen wir das Connewitzer Kreuz. So schön. Bei Kirschbier, Tee und Almdudler [eine typische Bestellung einer Mädchenrunde im Pub] diskutieren die Tomte-Fans der ersten Stunde wieder: "Waren seine Gesten nicht zu aufgesetzt und zu übertrieben? Er hat doch früher nie getanzt". Aber es war doch alles wunderbar. Und wie häufig schlägt dein Herz? Ganz oft.




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