Montag, 19. März 2012

Come on, fighter, here's what I'm telling you. A dreamer, love songs, it's all you'll ever do.

// Tag 4 // Part I.
Der Messesamstag beginnt mit einem strahlenden Sonnenschein, der Sonnenbrille auf der Nase und zum ersten Mal mit Frühlingstrenchcoat. Hohe Schuhe? Nein, doch lieber flach. Mit schnellen Schritten über die Messe. Am Eingang der kritische Blick vom Sicherheitsdienst. Auf dem Schild steht: Waffencheck [gemeint sind hier die übergroßen Waffen der verkleideten Mangamenschen], Presse, Aussteller. Er fragt tatsächlich: "Führen Sie Waffen bei sich?" [Am liebsten hätte ich geantwortet: "Nur die Waffen einer Frau."] "Nein." "Aussteller?" "Ja." Stimmt. Im wichtigen Ausstellergang zum Stand. Der Verlag wartet. "Tut mir Leid, dass ich so spät bin." "Na, wer so toll am Morgen aussieht, da kann man gar nicht böse sein". Komplimente und lachende Gesichter. Ein Gefühl, so als wäre man angekommen. Auf der ersten Lesung 11 Uhr Wein verkosten. Der vorgestellte Titel ist schließlich ein Buch über sächsischen Wein. Die Schmunzelfamilie treffen. Über die Messe laufen und fotografieren. An der Leseinsel der jungen Verlage stehenbleiben und beim Poetry Slam zuhören. "Ich sagte "Peace out." und das hieß so viel wie Krieg". Viele Hallorenkugeln naschen. [Kein Wunder, wenn der Verlag aus Halle stammt.] Besucher beraten. Wichtige Hände schütteln. Bücher verkaufen. Tageshöhepunkt: Eindeutig die wunderliche Frau Klotz. Eine Aussteigerin, Anfang 60, bezeichnet sich selbst als "Wessidame", lebte 20 Jahre in Neuseeland, schläft in Bussen und ist zum ersten Mal in Leipzig. Sie möchte den Fotografen kennenlernen, der zu DDR Zeiten nackte Frauen fotografierte und würde sich gern vor seine Kamera stellen. Tut uns leid, dieser Mann lebt in einem Altersheim. Die Dame kauft das Buch trotzdem und wir sollen es alle signieren. Ja, aber wir sind doch nicht der Autor. Das ist egal. Hauptsache die weißen Seiten werden beschrieben. "Schreiben Sie doch einfach Ihren Lebensspruch über die Unterschrift." Der Verlag überlegt. "Haben Sie noch nie ihr Lebensmotto an eine Wand gesprayt?" Der Verlag runzelt die Stirn. Frau Klotz ist noch immer nicht zufrieden. Sie schenkt uns Fotos und zeigt Chi Gong Übungen. "Nun machen Sie doch mal mit. Das sieht doch niemand hinter dem Stand." Nach einer Stunde versucht unser Chi Gong Coach sein Glück beim Kreuzer. Wir atmen auf. Was für eine Begegnung. Auf den Schreck erstmal eine Hallorenkugel. Zum Feierabend fährt uns der Chef persönlich nach Hause. Der Tag verging viel zu schnell. Wir verabschieden uns mit einer Chi Gong Übung [Die nun Dauerlacher geworden sind] und Umarmungen. Bis zum Abend.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen