Sonntag, 26. Juni 2011

Hardcore Inselforscherinnen.

Nachtrag 24. Juni:
Zwei Stunden hätte man schlafen können, aber es waren nur ein paar Minuten. Mit Augenringen, Rauch in den Haaren, Mate in der Hand und völlig weit weg mit dem Kopf stehen wir um 8.00Uhr am Bahnhof. Bereit für die Exkursion nach Weimar. So sehen die angehenden Masterbewerber aus. Völlig fertig. Zugfahrt. Erste nette Bekanntschaft mit einem älteren Herren. "Na Mädchen, war die Nacht wieder zu lang? Ich hab auch nicht viel geschlafen." "Oh ja. Wie lang konnten Sie schlafen?" "Fünf Stunden." "Na, da sind Sie immerhin besser weggekommen als wir." Experiment: Du schläfst auf der Fahrt und ich schau aus dem Fenster - wer ist munterer. Du gewinnst. Ein Besuch in der Stadt der Denker und Dichter, die anscheinend nach 200 Jahren immer noch von ihrem Mythos lebt. Goethe und Schiller- Sprüche, Häuser, Denkmäler, Teesorten und Buchläden, wo man hinsieht. Zweite Begegnung am Tag mit einem älteren Herren. Er sieht uns an: "Ist hier Modenschau oder was?" Nett, aber nein, wir sehen immer so aus. Der Grund für unsere Exkursion: Alte Akten aus dem Insel-Verlag durchstöbern. Es ist wahnsinnig spannend Briefe von 1929 zu lesen und an der Tinte von Stefan Zweig zu schnüffeln. Ja, Buchwissenschaftler sind ein bisschen verrückt. Zum Ausgleich für die Archivarbeit: Ein Spaziergang durch Weimar. Vorbei an fünf Bratwurstständen, dem Schiller- und Goethe-Haus, der Anna-Amalia-Bibliothek, dem Marktplatz, dem Ginkgo-Museum, anderen sehenswerten Institutionen und dem besten Eiscafé in Weimar. Es ist mir völlig unklar wie wir uns so lang auf den Beinen halten konnten. Weimar aus müden Augen zu sehen ist trotzdem wundervoll.

Beweis: Wir hören tatsächlich Vanessa Carlton - A thousand miles. Gefühlte tausend Mal.
Hach, man kann einfach nicht vorbei gehen. Eulenliebe.
Die wichtigste Tasche der Universität. Wir haben sie gehalten. Wow, das war Spirit!
Insel-Faust. Ganz vorsichtig. Ganz behutsam. Ganz liebevoll. Wir wissen nun: Stefan Zweig hatte eine Vorliebe für Hotels mit der Nähe zu Zoos.
Weckt uns bitte in zwei Stunden wieder.

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