Sonntag, 6. März 2011

Vienna: Good girls gone bad.

48-Stunden Wien. Für die Lieblingsband deiner Lieblingsband.

Freitag:
Richtige Groupies fahren für die Lieblingsband deiner Lieblingsband auch weiter weg. 500 Kilometer. Abfahrt mit der Schmunzelfamilie in der Heimat. Überlegung: Was ist jetzt besser - die schnellste oder kürzeste Strecke vom Routenplaner wählen? Wir haben definitiv die kurioseste Fahrtstrecke gewählt. Bei einem Abstecher durch Tschechien sieht man so einiges. "Unicorn"-Tankstellen, Glitzerhausfassaden, modern in Orange gestrichene Häuser, Prag in der Rush Hour und "Klein - Las Vegas" mit Drachenfiguren. Sekt, Schnittchen und ausgelassene Stimmung im Auto. "Die Eierbox ist schon so alt, die hat mehr erlebt als wir". Trotz Zeitdruck, Feueralarm und Umstyling pünktlich 20 Uhr im Gasometer eingecheckt. Gästeliste. "Was? Ich muss jetzt hier noch fünf Euro als Spende bezahlen? Weil das Wunsch der Band ist? Das seh ich garnicht ein. Ich steh bei Kraftklub auf der Gästeliste und nicht bei den Beatsteaks". Randale in der Stadt mit KRAFTKLUB. Wahnsinn. So außerhalb von Deutschland und in Höchstform. "Wien, wir sind Kraftklub und kommen aus Ostdeutschland. Aus Karl-Marx-Stadt". "Wuhuu!" "Entschuldigung, darf ich bitte in die erste Reihe, nur für die Vorband. Dann geh ich wieder." "Wie, dann gehst du wieder? Du bist nur für die Vorband hier?" "Ja, genau". Schade, dass es von diesem Blick kein Foto gibt. Aber das Beatsteaks-Konzert war unglaublich. Hitze. Begeisterung. Mitsingen. Tanzen. Gefühlt eines der längsten Konzerte. "Das ist ja fast wie in der Heimat Berlin!" Wien - Berlin - reimt sich und muss gut sein. "Wow, wir sitzen sogar in der V.I.P. Lounge und sehen alles von oben." "Ähm. Das ist die Behindertentribüne". Es folgten: Mitternachtsimbiss und Gute-Nacht-Bier. Mehr von Kraftklub in Wien: H I E R.


Samstag:
Frühstücken auf dem Naschmarkt. Zwischen Gemüse- und Gewürzständen. Falafelteller. Pfirsichsaft.  Topfenstrudel. 3kg Milchbrötchen. Menschen mit Pelzmänteln und Weingläsern beobachten. Sozusagen die letzten Reste vom Wiener Opernball. Erkundungstour zu viert durch die Wiener Innenstadt. Besichtigt wurden die Oper, das Hundertwasserhaus, Stephansplatz mit Dom, Rathaus mit Eislauffläche, das Museumsquartier mit Lomography-Shop und Photobox, kleine Seitenstraßen, Enten am Donauufer, das Parlamentsgebäude und diverse wundervolle Mädchenträume wie Accessorize. Belohnt wurde das Spazieren gehen mit Sonnenschein, Kaffeetrinken und einem abendlichen Ausflug in den Wiener Weinstadtteil Grinzing. Wein, Weib und Gesang - könnte man es nennen. Spätestens bei dem Kichern über den Haltestellenname "An den langen Lüssen" wusste auch jeder, dass man betrunken war. After-Show-Party für die Kraftklub-Gang und die Wien-Mädchen im Club Chelsea. Die Erinnerung vom Silvestervorabend war noch frisch. Indieparty mit Bier, vielen Menschen und einem beinah blauen Auge. "Entschuldigt, aber habt ihr eben über Chemnitz geredet? Kommt ihr von da?" "Nene, wir kommen aus Freiberg. Kennt ihr sicher nicht." "Waaas, wir kommen aus Chemnitz! Die Ossis in Österreich". Liebstes Lied: Tokyo - The Wombats.

 Sonntag:
Katerfrühstück. Unterschied gelernt zwischen Kopf- und Magenkater. Fahrt nach Hause. Die eine kommt nur mit einem halben Magen und die andere mit einer Kontaktlinse zurück. Invalidentaxi. Aber schön wars.


Beste Imagekampagne für Bayern. So friedlich und glücklich ist man im Bayrischen Wald. Und ab morgen wählen wir auch CSU. Versprochen.

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