Sonntag, 9. Januar 2011

Wer, wenn nicht wir.

Ich sagte: "Stell dir vor, du stündest irgendwann, vor vielen Jahrmilliarden, als alles erschaffen wurde, auf der Schwelle zu diesem Märchen. Und du hättest die Wahl, ob du irgendwann einmal zu einem Leben auf diesem Planeten geboren werden wolltest. Du wüsstest nicht, wann du leben würdest, und du wüsstest nicht, wie lange du hier bleiben könntest, doch es wäre jedenfalls nur die Rede von wenigen Jahren. Du wüsstest nur, wenn du dich dafür entscheiden würdest, irgendwann auf die Welt zu kommen, dass du, wenn die Zeit reif wäre, wie wir sagen, oder "wenn die Zeit sich rundet", sie und alles darauf auch wieder verlassen müsstest. Vielleicht würde dir das großen Kummer machen, denn viele Menschen finden das Leben in diesem großen Märchen so wunderschön, dass ihnen die Tränen in die Augen treten, wenn sie nur daran denken, dass es irgendwann ein Ende nimmt. So gut kann alles hier sein, dass es schrecklich wehtut, daran zu denken, dass irgendwann einmal keine weiteren Tage kommen."
[...]
Und ich sagte: "Wofür hättest du dich entschieden [...]? [...] Hättest du dich für ein Leben auf dieser Erde entschieden, kurz oder lang, in hunderttausend oder hundert Millionen Jahren?" [...] "Oder hättest du dich geweigert, an diesem Spiel teilzunehmen, weil du die Regeln nicht akzeptieren könntest?"

                                                                                                              Das Orangenmädchen - Jostein Gaarder
                                                                                                              Auszüge von den Seiten 154 & 155

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