Donnerstag, 9. Dezember 2010

Berlin: Dit find ick jut.

Nach einer Fahrt durch weiße, verschneite Landschaften, erreichten wir unser Ziel: Berlin. Neun ewige Stunden im Orientexpress von Wien und zwei Stunden mit der Regionalbahn von Leipzig später. Die Suche nach der richtigen U-Bahn war ein bisschen kompliziert, denn es gibt zu viele verschiedene Möglichkeiten um an das Ziel zu gelangen und wieso muss es auch für zwei unterschiedliche Buslinien die gleiche Nummer geben? Schlafplatz gefunden. Schick gemacht. Bus verpasst. Ein bisschen über den Weihnachtsmarkt am Potsdamer Platz geschlendert, Mützen gesucht, in der U-Bahn Musikanten gelauscht, die vielen Lichter bestaunt und asiatisch gegessen. Aber nicht rumtrödeln, denn die Abendveranstaltung wartete. 22:00 Uhr die Arena Berlin betreten und auch gleich einen Anruf bekommen "Na, wo seid ihr denn? Wir stehen links am Mischpult". Es ist gar nicht so leicht sich über ein paar Monate zwei Gesichter zu merken. "Sind die das da?" "Na, der mit der Kapuze sieht schon so aus..." "Hm. Na, aber... hatte der solche Haare?" Nach einer halben Stunde anstarren und überlegen, dann die Idee: Einfach mal anrufen und sehen, ob jemand in der Nähe das Handy zückt. Tatsächlich. Funktioniert. Fünf Stunden tanzen mit fröhlichen Freunden aus der Heimat und Berlin. Punkt 3.00 Uhr: Licht an. Musik aus. Die Berlin-Festival Zugabe war vorbei. "Sollen wa euch noch ein Stück mitnehmen?" "So die 10m bis zur S-Bahn-Station, das wäre gut, ja." So warm es beim Tanzen auch wurde, so kalt wurde uns dann bei dem langen Warten auf die nächste S-Bahn. Kalt. Müde. Schneesturm. Nach ganzen zwei Stunden, zweimal umsteigen und Fußweg war der Tag dann auch für uns vorbei. Am Morgen dann das Gespräch: "Ich geh schon einmal ins Bad." "Jaja, ich schlaf noch ein bisschen." 45 Minuten später: "Ich bin fertig, du kannst gehen." "Hä? Du bist doch gerade erst ins Bad gegangen. Du bist doch eben raus aus der Tür... und jetzt wieder rein." "Das war vor einer ganzen Weile." "Hä! Gar nicht wahr. Du bist doch eben...Oh nee. Ich mag nicht aufstehen." Müde und ohne Frühstück sind wir Richtung Stadtmitte gefahren. Und obwohl wir keine richtige Lust zum Laufen und der eisige Schneewind und Matsch uns vergrault hatten, wurde das Geld immer weniger. Hach, Prenzlauer Berg und seine Buch-, und Kleidungsläden. Besonders toll war unser orientalisches Mittagessen mit Pfefferminztee. Nach 48 Stunden war das Abenteuer Berlin zu Ende. Es waren so schöne Stunden mit dir und ohne dich würde ich immer noch am Süd-, oder Ostkreuz mit dem Stadtplan in der Hand stehen. Hä? Wo bin ich jetzt? Auf der Heimreise mit dem Zug dann wieder eine Stunde Verspätung gehabt. Doch auch dieser Abend endete musikalisch mit dem "Hundreds"-Konzert im Centraltheater. Zwei Nutella-Schnitten, 34 "ungelesene" Nachrichten und Taschenauspack-Aktionen später, sagen meine Augen "Nein!" zu Licht, Nebel und Rauch. Man wird schließlich älter. Aber Berlin: Du bist wunderbar.


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